Sie sind hier: Aktuelles > Informationen

Informationen zum Referentenentwurf des Gebäudeenergiegesetzes

Am 13.04.2016 hatte sich die Sonderbauministerkonferenz gegen eine übereilte Neukonzeption von EnEV und EEWärmeG ausgesprochen, wie sie das BMUB geplant hatte. Die Sonderbauministerkonferenz hatte an den bis dahin vorgestellten Plänen insbesondere bemängelt,

dass die von ihr formulierten Forderungen hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit, Technologieoffenheit und Vereinfachung nicht erfüllt wurden. Gleichwohl hielt das BMUB weiterhin an den Plänen einer Strukturreform von EnEV und EEWärmeG fest.

Inzwischen wurde ein gemeinsamer Gesetzentwurf von BMUB und BMWi für ein Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung Erneuerbarer Energien zur Wärme und Kälteerzeugung in Gebäuden (Gebäudeenergiegesetz – GEG) vorgelegt. Das GEG führt das Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Gesetz zur Förderung Erneuerbarer Energien im Wärmebereich (Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz, EEWärmeG) in einem neuen Gesetz zusammen.

Nachdem ursprünglich im Rahmen der anstehenden Novelle eine Festlegung des Niedrigstenergiegebäudestandards für alle öffentlichen und privaten Wohn- und Nichtwohngebäude geplant war, wird die konkrete

Regelung des Niedrigstenergiegebäudes jetzt in zwei Stufen vorgenommen.

Das bedeutet:

- Der Niedrigstenergiegebäudestandard wird zunächst nur für neue Nichtwohngebäude der öffentlichen Hand festgelegt (§ 21 GEG-E). Das Anforderungsniveau für die Errichtung von Nichtwohngebäuden der öffentlichen Hand entspricht dabei dem KfW-Effizienzhausstandard 55. Gemäß der Gebäuderichtlinie müssen Nichtwohngebäude der öffentlichen Hand bereits ab 2019 als Niedrigstenergiegebäude ausgeführt werden.- Der Niedrigstenergiegebäudestandard für den privaten Neubau, der erst bis 2021 umzusetzen ist soll offensichtlich aus dem Bundestagswahlkampf herausgehalten und in einer zweiten Stufe erst in der nächsten Legislaturperiode festgelegt werden.

Darüber hinaus enthält der Gesetzentwurf u.a. folgende Eckpunkte:

- Für die Errichtung neuer Gebäude soll künftig ein einheitliches Anforderungssystem gelten, in dem Energieeffizienz und Erneuerbare Energien integriert sind. Dabei sind auch die Primärenergiefaktoren neu geregelt.- Mit Einführung einer Erfüllungserklärung, die der zuständigen Behörde nachzuweisen ist soll sichergestellt werden, dass die Anforderungen des GEG eingehalten werden.

-
Die generelle Wirtschaftlichkeit des im GEG festgelegten Standards soll dabei auf Grund der konkreten Ausgestaltung der Anforderung gewährleistet werden. Sollte die Einhaltung des Standards wirtschaftlich zu einer unbilligen Härte führen, soll dabei im Einzelfall von dem Standard abgewichen werden können.

-
Das GEG legt ferner energetische Anforderungen an bestehende Gebäude fest, die einzuhalten sind, wenn solche Gebäude umfangreichen Sanierungsmaßnahmen unterzogen werden.

-
Die Differenzierung bei der Ausstellungsberechtigung zwischen Hochschulabsolventen, die bislang Energieausweise sowohl für Wohngebäude als auch für Nichtwohngebäude ausstellen durften, und Absolventen einer gewerblichen Ausbildung im Baubereich (Techniker/Handwerksmeister), die bislang Energieausweise nur für Wohngebäude ausstellen durften, wird aufgegeben. Auch Absolventen einer gewerblichen Ausbildung im Baubereich sollen künftig – nach entsprechender Fortbildung – Energieausweise für Nichtwohngebäude ausstellen dürfen (§ 88 GEG-E).

Der Gesetzentwurf befindet sich derzeit noch in der Ressortabstimmung, so dass sich noch Änderungen ergeben können. Er soll im Februar vom Bundeskabinett beschlossen werden.

 (Quelle: Bundesingenieurkammer)

 

 Die Bundesingenieurkammer hat zum Gesetzentwurf eine Stellungnahme abgegeben. Diese finden Sie hier als Download:




Datum: 02. Februar 2017

MITGLIEDSCHAFT

Informationen zur Mitgliedschaft in der Ingenieurkammer M-V:

Mitglied werden  

Weiterbildung


Mehr Informationen und Seminare finden Sie hier:

Seminarprogramm Seminarpartner  

LINKS

In unserer Rubrik „Links“ finden Sie Verknüpfungen zu wichtigen und interessanten Angeboten aus dem Ingenieurwesen:

Andere Kammern Fachverbände Hochschulen in M-V ...alle Links  

Ingenieurrat

Informationen zum Ingenieurrat Mecklenburg-Vorpommern:

Aufgaben Mitglieder Aktuelles  
 
 
 

© 2008 Ingenieurkammer Mecklenburg-Vorpommern, PLANET IC GmbH