Ingenieurpreis 2017 - Preisträger

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Im Rahmen des Ingenieurkammertages der Ingenieurkammer Mecklenburg-Vorpommern wurde am 21. September 2017 im Café & Restaurant Seglerheim in Schwerin zum 8. Mal der Ingenieurpreis Mecklenburg-Vorpommern vergeben.
 
Den Ingenieurpreis lobt die Ingenieurkammer zusammen mit dem Ingenieurrat Mecklenburg-Vorpommern aus. Mit diesem Preis wollen Ingenieurkammer und Ingenieurrat M-V als gemeinsame Auslober auf die Kreativität und das wissenschaftlich-technische Können der Ingenieure in Mecklenburg-Vorpommern aufmerksam machen.
Zudem werden herausragende Leistungen aus allen Fachbereichen des Ingenieurwesens gewürdigt.
                                               
   
Die Preisträger 2017 in der Übersicht:

INGENIEURPREIS 2017

"50Hertz Netzquartier Berlin"

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Preisträger:

INROS LACKNER SE, Rostock:

Dr.-Ing. Architekt Haie-Jann Krause,
Dipl.-Ing. Ralph Prüfer
Dipl.-Ing. Torsten Krüger
Dipl.-Ing.(FH) Dirk Meyer
Dipl.-Ing.(FH) Alexander Turloff
Dipl.-Ing. Matthias Kruse
Dipl.-Ing. Falk Puschun
Dipl.-Ing. Matthias Berndt
Dipl.-Ing. Rainer Borowitz
Dipl.-Ing.(FH) Sven Kolditz

Laudatio:

Wer kennt ihn nicht, den Spreebogen in Berlin, an dem der Deutsche Bundestag seinen Sitz hat. Wenn sie von dort aus nach Norden gehen und den Hauptbahnhof links liegen lassen würden, gelangen sie zu einem neuen Gebäude der besonderen Art.


13 Stockwerke hoch, mit futuristischer Gestalt, des Nachts LED illuminiert, geprägt durch außenliegende weiße stahlummantelte schräg verlaufende Betonpfeiler und im Inneren ausgestattet mit besonderer Sicherheitstechnik und einem innovativen Heiz- Lüftungs- und Energiekonzept.

Es ist das neue Herzstück des für den Norden und Osten Deutschlands zuständigen Stromübertragungsnetzbetreibers. Von hier aus wird die Elektroenergieversorgung von sieben Bundesländern gemanagt.

Das unregelmäßige und spektakulär nach außen gelegte Tragwerk ermöglicht zwar auf der einen Seite eine flexible Innenraumgestaltung, erhöht jedoch auf der anderen Seite die Anforderungen an die Tragwerksplanung, weil auch thermische Einwirkungen und Baugrundsetzungen nur durch ein ganzheitliches räumliches Tragwerksmodell geeignet erfasst werden konnten.

Dieses offene Tragwerkskonzept mit großen Glasfassaden stellte große Herausforderungen an die Beheizung, Raumlufttechnik und Energiebedarf. Beispielgebend hierfür sind die Betonkerntemperierung, zusätzlich installierte Heiz-Kühl-Decken, ein innovatives Versorgungskonzept mit der Abwärmenutzung zur Spitzenlastabdeckung mit Fernwärme und die eingesetzten Rotationswärmetauscher mit einem Wärmerückgewinnungsgrad von über 75%. Ebenfalls konnten die Anforderungen der Elektroenergieeinsparungsverordnung in Bezug auf den Strombedarf um ca. 20% und für den Primärenergiebedarf um fast 50% unterschritten werden.

Weiterhin zu erwähnen ist ein komplexes Sicherheitskonzept für die im Gebäude untergebrachte Ersatz-Leitwarte, die die Vorgaben der Bundessicherheitsbehörden als „bombensicheren Raum“ erfüllt.

Somit stellt dieses Gebäude eine besondere ingenieurtechnische Leistung, mit innovativ umgesetzter Tragwerks- und Fassadenplanung, mit moderner Gebäudetechnik und einem beispielgebenden Energiedesign dar, das sich in herausragender Weise in das Gebäudeensemble der Berliner Europa – City einfügt.

Der 8. Ingenieurpreis Mecklenburg – Vorpommern geht im Jahr 2017 an das Team der INROS LACKNER SE aus Rostock.

Prof. Dr.-Ing. Ingo A. Müller
Vorsitzender des Preisgerichts


1. ANERKENNUNG

"Montagekonzept für den Neubau der Levensauer Hochbrücke"

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Preisträger:

Daniel Engel, M. Eng.
Ingenieurbüro Engel Rostock

Laudatio:

In dem Projekt „Ersatzneubau Hochbrücke Levensau“ gilt es, die 123 Jahre alte, genietete Stahlkonstruktion der Hochbrücke Levensau, die bei Kiel eine zweispurige Kreisstraße sowie eine Eisenbahntrasse über den Nord-Ostsee-Kanal führt, durch einen Neubau zu ersetzen, der dem gestiegenen Verkehrsaufkommen gerecht werden kann. Bei dem Ersatzneubau sind die Einschränkungen sowohl für den Schienen- und Straßen- als auch für den Schiffsverkehr minimal zu halten.

Die ursprüngliche Planung sah zunächst einen Rückbau der alten Brücke vor, an deren Stelle dann über ein Hilfsgerüst die neue Brücke montiert werden sollte. Herr Engel schlägt in seiner Masterarbeit mit dem Titel „Entwicklung eines Montagekonzeptes für eine Stabbogenbrücke unter Verwendung des Bestandsbauwerkes“ vor, zunächst das bestehende Brückenbauwerk als Hilfsgerüst zur Montage der neuen Brücke zu nutzen, um danach von der neuen Brücke aus die alte abzureißen.

Herr Engel hat in seiner Arbeit durch Nutzung leistungsfähiger CAD-Programme und mittels komplexer Berechnungen die acht Bauphasen des Projektes simuliert und optimiert. Neben der Einsparung der zwei Großgerüste zur Montage und Demontage schafft er interessante Detaillösungen wie z.B. die Ballastierung der bestehenden Konstruktion während des Verschubs der Neukonstruktion zur Vermeidung statischer Probleme. Mit diesem Konzept wird es möglich, sowohl die Kosten als auch die Bauzeit deutlich zu minimieren.

Die Kreativität sowie die innovative Herangehensweise an die anstehende Problematik würdigt das Preisgericht des 8. Ingenieurpreises M-V 2017 mit einem Anerkennungspreis.

Prof. Dr.-Ing. Karl Foppe
Mitglied des Preisgerichts


2. ANERKENNUNG

"Leichtrennwagen entwickeln und fertigen ThaiGer-H2-Racing"

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Preisträger:

Andreas Sklarow, Robert Garbe, Felix Naumann, Patrick Kupfer, Arne Lück, Joschka Weik, Benjamin Clausius, Kayo Eisenhart-Rothe, Andreas Ide, Paul Grape, Tom Fachtner, Markus Drewes,
Clemens Blankenberg, Merit Hantke, Martin Hayduk, Philipp Kühnast, Gianluca Tomasi, Fabian Schmied, Christoph Bünger, Mark Westphal, Marco Dobberitz, Heiko Hillenhagen, André Hormann, Hannes Priebe, Eugen Shustov, Amadeus Willim, Dorian Froriep, David van Recum, Miray Kayikci,
Prof. Dr.-Ing. Thomas Luschtinetz

Hochschule Stralsund, Institut für Regenerative EnergieSysteme


Laudatio:

Studierende an der Hochschule Stralsund arbeiten seit nunmehr zehn Jahren im ThaiGer-H2-Racing-Team vor allem in ihrer Freizeit daran, Forschungsergebnisse aus dem Bereich der nachhaltigen Energieversorgung in hocheffiziente und praxistaugliche Leichtrennwagen mit exzellenten Leistungsparametern umzusetzen. Mit diesen Rennwagen-Prototypen starten sie seit 2008 beim jährlich stattfindenden Shell Eco-marathon Europe, dem „weltweit größten Energieeffizienzwettbewerb“, der im Mai dieses Jahres wieder in London stattgefunden hat. Das Besondere an dem ThaiGer Rennwagen ist, dass er nicht mit konventionellem Kraftstoff fährt, sondern mit Wasserstoff, der in einer Brennstoffzelle in elektrische Energie mit einem vergleichsweise hohen Wirkungsgrad umgewandelt wird und über den Elektromotor das Fahrzeug antreibt. Ziel des Rennens ist, ein Fahrzeug zu konstruieren, das eine bestimmte Distanz mit so wenig Treibstoff wie möglich zurücklegen könne.

Der neue ThaiGer VI, vollständig selbst entwickelt und in der studentischen Werkstatt an der Hochschule Stralsund gefertigt, beinhaltet dazu eine Reihe innovativer Lösungen. Das selbsttragende Chassis des Rennwagens besteht aus einer steifen Kohlenfaser-Sandwich-Hülle mit einem Monocoque-Rahmen aus Carbon-Kevlar-Material und wiegt nur 6,5 kg. Die in der Dokumentation beschriebenen Gewichtseinsparungen bei fast jedem der selbst gefertigten Anbauteile – wie Achsaufhängung, Antriebszahnkranz, Gurtschloss usf. als auch die für den Einsatzfall erfolgte spezielle Auslegung der Brennstoffzelle führen zu einem Endgewicht von 22 kg für das komplette Rennfahrzeug, während die Konkurrenzfahrzeuge deutlich mehr als 30 kg wiegen. Mit der selbst entwickelten Gesamtsteuerung erfolgt die Umsetzung der Fahrstrategie den Wasserstoffverbrauch während des 39minütigen Wertungslaufes gegenüber 2016 um ca. 10 – 20% senken. Umgerechnet auf den Energieinhalt von Super 95 ergibt sich dann eine Reichweite von 2200 bis 2400 km je Liter Benzin.

Diese permanente Platzierung in der europäischen Spitze ist nur möglich mit einem Team, das kompromisslos hinter dem Projekt steht und den steten Wechsel seiner Erfahrungsträger mit dem Durchlaufen des Studiums und dem Eintreten in den Beruf aktiv managt. Zurzeit arbeiten mehr als ein Dutzend aktiver Studierender im Projektteam. Dabei greifen sich angehende Maschinenbauer, Elektrotechniker, Wirtschaftsingenieure und auch Wirtschaftler gegenseitig unter die Arme, um gemeinsam das bestmögliche Ergebnis zu erhalten. Dieser für die heiße Phase der unmittelbaren Rennvorbereitung und –teilnahme notwendige Zusammenhalt prägt sich nicht nur durch die gemeinsame Arbeit in der studentischen Werkstatt unter Nutzung der Forschungsinfrastruktur des Instituts für Regenerative Energiesysteme IRES an der Hochschule Stralsund aus. Ein wesentlicher Teil der Öffentlichkeitsarbeit des IRES im Bereich erneuerbare Energien wird durch das ThaiGer-Team in hervorragender Weise getragen, das mit dem ThaiGer-Rennwagen nachhaltige und emissionsfreie Mobilität für jede Altersstufe vorstellbar und erfahrbar macht. Die Nachnutzung älterer ThaiGer in Schülerprojekten als auch gemeinsame Veranstaltungen und Treffen mit Gaststudierenden und Schülern tragen die Begeisterung für nachhaltige, zuverlässige und innovative Ingenieurlösungen auf höchstem Niveau und in Verantwortung für die Gesundheit der Mitwirkenden mit einer Gruppendynamik nach außen, die auf dem Campus beispiellos bleibt.

Eine Anerkennung von der Jury ist die Würdigung für das außerordentliche Engagement einer großen Gruppe motivierter und interessierter Studierender aus allen Fakultäten der Hochschule Stralsund, das zu beachtlichen Leistungen wie in diesem Jahr zum Titel des Europameisters geführt hat.

Dr.-Ing. Bernd Rethmeier
Mitglied des Preisgerichts




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